Hier mal ein paar Zeilen und vor allem Bilder zu den Erbgängen nach

Gregor Mendel


Mendel hat drei einfache Regeln aufgestellt, nach denen die Vererbung abläuft.

Dies sind:

1. Uniformitätsregel

2. Spaltungsregel

3. Neukombinationsregel


Ein befreundeter Züchter hat Nackthalskämpfer. Er hätte die Tiere gerne mit schwarzer Haut und hat mich um Unterstützung gebeten. Theoretisch nichts leichter als das.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich gerade diese Tiere zur Fotodokumentation eignen.

Ich werde im Folgenden nicht auf dominante oder rezessive Erbfaktoren eingehen.

Jetzt gehts aber los:

Ausgangstier war eine Nackthalshenne mit Gelbfuß, Rothaut und Perlauge

Hier ein Beispielbild

Getreten wurde die Henne von meinem Gingerhahn. Leider legte das Mistvieh nur wenige Eier, welche ich einer Glucke anvertraute.

Heraus kam nur ein Küken. Das war aber nicht weiter schlimm, musste dieses Tier doch entsprechend der ersten Regel alle erforderlichen Informationen in sich tragen. Hier ist das Prachtstück

Dieser Hahn kam jetzt wieder an eine schwarze Brüggerhenne. Gemäß der zweiten und dritten Regel ist der Grundstein für das gewünschte Tier damit gelegt.

Aufgrund der hohen Spalterbigkeit und daraus resultierenden Neukombination-möglichkeiten mussten natürlich ein paar Küken gezogen werden. Gefallen sind:

Gelbfuß, Rothaut, Perlauge

Gelbfuß, Perlauge aber schon angedunkelte Haut

Rothaut, Perlauge und Mischfuß

Wir nähern uns dem Ziel:

Schwarzfuß, Schwarzhaut, Schwarzauge, nur die Kopffarbe stört noch

Geschafft!

Natürlich muss mein Zuchtfreund jetzt die Körperform noch etwas nacharbeiten.


Ergänzende Erkenntnis:

Offensichtlich ist die eingesetzte Brüggerhenne im Genotyp nicht reinerbig für Schwarzfuß (Fußsohlenkontrolle; siehe Kückenbilder) und Schwarzhaut.

Jetzt mal ein paar Bilder zu einem intermediären Erbgang



Man nehme einen Kölner Tümmler in Kalotten Blau und verpaare diesen mit einer gemeinen Brieftaube in Blaugehämmert.

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Alle Junge waren blauweißgescheckt mit absolut zufälliger Farbverteilung.

Diese mischerbigen Tiere habe ich wieder verpaart. Rein rechnerisch müssten 25% Kalotten, 25% blaugehämmert und 50% blauweißgescheckt fallen.


Und tatsächlich, schon bei der ersten Brut saß eine Kalotte im Nest.

Tests zu der Vererbung vom Gold- und Silberfaktor, welcher bei unseren Hühnern auf den Geschlechtschromosomen sitzt, habe ich auch schon gemacht.

Alle Theorie ist immer grau, was man selbst gesehen hat, kann man sich hingegen viel besser merken.

Leider ist dieser Versuch schon länger her und die Bilder entsprechend schlecht.


Um das auszutesten, kam ein goldhalsiger Bantamhahn zu einer Sebrighthenne in silber.

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Erwartungsgemäß sind alle aus dieser Verpaarung gefallenen Hennen in gold, die Hähne im Phänotyp silber, tatsächlich jedoch spalterbig zu gold.

Diese Tiere wieder verpaart, brachte dann noch eine kleine Überraschung zum Vorschein.

Offensichtlich tragen die silbernen Sebright ein „Aufheller-Gen“ in sich. Dieses auf die goldenen Tiere übertragen (dritte Regel), machte aus dem Braun dann Gelb.

Übrigens findet dieser rezerssive Aufheller bei vielen Rassen Verwendung. Bei den Federfüßigen Zwerghühnern wird so z. B. das Goldporzellan zu Zitronporzellan.