Hallo,

ich möchte diese Plattform nutzen, um ein paar persönliche Erfahrungen mit den Brügger Kämpfern darzustellen.

Was ich im Folgenden erzähle, hat mit der WEB-Seite vom Verein nichts zu tun.

Es sollen auch keine wissenschaftlich begründeten Tipps und Tricks sein; ich plaudere einfach ein wenig aus dem Nähkästchen. Dabei sind die Erzählungen nicht unbedingt rassebezogen und daher vielleicht auch für den Nichtkämpferzüchter interessant.





Leider ist Blau spalterbig. Die Farbe ist ein Gemisch aus Schwarz und Weiß.

Bei der Verpaarung von Blau x Blau fallen gemäß Mendel 25% weiße Nachkommen, 50% blaue Küken und 25% schwarze.

Beim Weiß handelt es sich um das -unsaubere- Andalusierweiß (auch Splash genannt). Dieses Andalusierweiß ist keine zugelassene, standardisierte Farbe. Für den Hobbyhalter mag dies egal sein. Wer allerdings auf Ausstellungen will, sollte diese Andalusier schon durch die Wahl der Zuchttiere ausschließen.

Blaue Tiere daher nur mit schwarzen Partnern zusammenbringen. Das gibt dann 50% blaue und 50% schwarze Nachkommen.



Naturbrut ist sicherlich eine tolle Sache.

Wer allerdings mit großen Hühnern auf Ausstellungen will, wird um die Kunstbrut nicht herum kommen.

Als Vorbrüter habe ich einen Motorbrüter im Einsatz. Zum Schlupf kommen die Eier dann in einen ganz einfachen Flächenbrüter.

Die zwei kleinen schwarzen Dinger unter der Brutmaschine sind eine Feinwaage und ein Taschenrechner. Bei der Kunstbrut halte ich mich an die Vorgaben aus dem Buch von Brown „Kunstbrut“. Demnach sollen die Eier über die Brutdauer zwischen 11 und 16 % Gewicht durch Verdunstung verlieren.

Alle 2-3 Tage wiege ich stichprobenartig ein paar Eier und überprüfe mit dem Taschenrechner, ob ich noch in der Richtung bin; so 13% strebe ich an.  Über die Wasserschälchen lässt sich das recht einfach steuern.

Mit regelmäßigen Schlupfquoten um 90 % werde ich diesem System auch weiterhin vertrauen.

Nach dem Schlupf kommen die Küken in Aufzuchtboxen. Die Boxen sind mit Wärmeplatten ausgestattet. Gegenüber Rotlichtlampen haben die Platten mehrere Vorteile. Diese Wärmequellen haben einen deutlich geringeren Energierverbrauch, sind wesentlich langlebiger und vor allem erzeugen sie kein Licht. Die Beleuchtung in den Boxen läuft über eine Zeitschaltuhr und sorgt für rund 9 Stunden Ruhe bei Dunkelheit.

Mit gut 3 Wochen ziehen die Tiere dann in einen großen Laufstall um, wo sie mindestens bis zum Beringen bleiben.

Auch hier steht den Tieren nur eine Wärmeplatte zur Verfügung. Diese hängt in der großen Holzkiste am linken Bildrand. Durch den klein gehaltenen Einschlupf ist es in der Kiste mit geringem Energieaufwand immer schön warm. Der Stall selbst ist ungeheizt.

Die im Hintergrund erkennbare Wärmelampe ist nur Reserve. Sollte die Wärmeplatte aus welchen Gründen auch immer ausfallen, steuert eine elektronische Sicherheitsschaltung sofort die Lampe an. So steht den Tieren immer eine Wärmequelle zur Verfügung und es wird optisch angezeigt, dass die Platte defekt ist.

Trotz aller Sorgfalt hatte ich viele Jahre lang Probleme mit krummen Zehen und dem unsäglichem Federfressen, wobei ich von den blutigen Schwanzfederkielen kein Bild habe.

Hochwertiges Kükenfutter von namhaften Herstellern habe ich den Tieren immer gereicht, aber seitdem ich die folgenden Zusatzprodukte einsetze, sind die genannten Probleme Geschichte.

Echtes Vitamin K1, einfach ein paar Tropfen ins Trinkwasser

Echtes Vitamin A und D mittels Lebertran.

Mit dem Lebertran befeuchte ich die abendliche Ration Weizen.

Über den öligen Weizen gibt es dann die Bierhefe.

Ausgesprochen wichtig für die Kükenaufzucht ist dann noch ein Hund.

Von den täglichen Spaziergängen bringt man immer eine Tüte Löwenzahn mit. Und wenn man gar nichts findet .....Gras gibt es immer.

Über das Kükenkorn streue ich zusätzlich etwas Futterkalk.


Abschließend bleibt für mich festzustellen, dass es mit dem handelsüblichen Kükenkorn und den künstlichen Vitaminen zu deutlichen Versorgungsmängeln kommt, welche sich erst durch Zusatzstoffe beseitigen lassen.


Von dem ständig zur Verfügung stehenden Grit habe ich jetzt kein Bild. Für die ganz Kleinen gibt es Vogelgrit aus der Ziervogelabteilung.

Von Essig im Hühnertrinkwasser hat sicherlich schon jeder mal gehört. Aber für was soll das gut sein?

Einen schönen Artikel findet man auf der folgenden HP.

Der Essig soll das Trinkwasser also auf einen Wert von etwa Ph5 ansäuern, um den Bakterien das Wachstum zu erschweren.

Bei unserem Leitungswasser in der Wetterau komme ich mittels Lackmuspapier dabei auf einen Wert von 5 ml Essig auf einen Liter Wasser.

Zum Ansäuern tut es sicherlich auch einfacher Tafelessig. Apfelessig ist aber das deutlich höherwertige Produkt.

Zum Thema Futtertonne bin ich jetzt bei IKEA fündig geworden.

Die 45l-Klarsichtboxen fassen locker einen 25kg Futtersack, sind mit Deckel schadnagersicher und stapelbar.

Thema Sonderverein


Meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Thema und es hätte viel weiter nach oben gehört.

Egal, ob man Kampfhühner oder sonstiges Geflügel züchtet. Wer tatsächlich am Erhalt oder Weiterverbreitung einer bestimmten Rasse mitarbeiten will, kommt um die Mitgliedschaft im entsprechenden Sonderverein nicht herum.

Die Mitglieder im SV kennen die Rasseprobleme, kümmern sich um Standardänderungen und stimmen sich mit ihren Sonderrichtern ab. Im SV werden die Weichen gestellt und die aktiven Mitglieder erfahren frühzeitig, wo die Reise hingeht.

Jetzt auch noch ein paar Worte zu den Ausstellungen.

Die kleinen Ortsschauen halte ich für enorm wichtig. Nur hier kann man Kontakt zur Bevölkerung halten und gleichzeitig ist es Werbung für das Hobby Geflügelzucht.

Für den ernsthaften Züchter sollte aber die Teilnahme an Ausstellungen unter echter Konkurrenz zur Pflichtaufgabe werden. Nur im Vergleich mit fremden Tieren, Käfig an Käfig, kann man Vorzüge und Fehler erkennen.

Bruteierkauf


Hierzu muss ich unbedingt ein paar Worte verlieren. Seit Jahren beobachte ich die Angebote auf dhd24, ebay und ähnlichen Plattformen. Ich finde es erschreckend, welche Preise dort aufgerufen werden und noch viel schlimmer..... offensichtlich auch bezahlt werden.

Wer sich für Brügger Kämpfer interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt einen Blick in den Standard werfen. Grobe Kopfanhänge (Kehllappen, Kämme) sind ebenso unerwünscht wie hellrote Gesichtshaut. Man achte auf dunkle Läufe und dunkle Augen ohne abgesetzte Iris. Kräftige Körper und Knochen sind neben der gewünschten Brusttiefe Merkmale des Brügger Kämpfer.

Auch der Werbespruch „original aus Belgien“ ist alles Andere als ein Garant für gute Tiere.

...................ich würde dort nicht kaufen ...................


Dem ernsthaft Interessierten möchte ich die Kontaktaufnahme mit dem Zuchtwart der Belgischen Kämpfer im Club Deutscher Ur- und Kampfhuhnzüchter empfehlen.  

Blau ist zweifellos eine schöne Farbe

Die folgende Schierlampe lässt sich ziemlich einfach nachbauen, ist ausgesprochen günstig und leistungsstark.

Man benötigt eine leere Dose (z. B. Kaffee, .....), Birnenfassung E 27 (Baumarkt), Anschlusskabel (defektes Elektrogerät), etwas Alufolie und natürlich ein Leuchtmittel (Energiesparbirne)

So könnte die Lampe aussehen, wenn sie fertig ist

Für die Fassung wurde ein Loch in den Boden der Dose geschnitten. Das Kabel ist schon angeschlossen, der verbleibende Spalt wurde mit Silikon abgedichtet. Das dient außerdem als Zugentlastung.

In den Deckel der Dose wurde ein kleines Loch geschnitten. Hier kann man die Eier auflegen.

So sieht es in der Dose aus. Die eingeschraubte Energiesparlampe bringt ausreichend Helligkeit und wird nicht warm. Der Deckel ist von innen mit Alufolie beklebt.

Die Eigenbauschierlampe reicht in dieser Form selbst für dunkle Marans- oder Araucanaeier.


Nachbau bitte nur für Auskenner!

Zur Kennzeichnung von frisch geschlüpften Küken greife ich auf kurze Stücke von Kunststofftrinkhalmen zurück. Diese Trinkhalme gibt es in vielen verschiedenen Farben. Von den Halmen schneide ich ca 1 cm lange Stücke ab, welche ich seitlich auftrenne. Diese Teilstücke kann man selbst über das zarteste Kükenbein klappen.

Die Trinkhalmstücke halten sicher am Bein, ohne das selbe einzuschnüren. Genauso sicher fallen sie später vom wachsenden Bein ab und bedürfen keiner Kontrolle.

Diese Art der Kennzeichnung reicht etwa für die ersten 2 Wochen.

#Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle #Tabelle

Dieses Jahr habe ich die Küken erstmals mit Nagellack gekennzeichnet. Funktioniert super.

Aus einem Drogeriemarkt habe ich mir einige Tiegel vom billigsten Nagellack geholt.

Beim Umsetzen der trockenen Küken aus der Maschine in die Aufzuchtbox einen kleinen Klecks auf den Kopf; fertig. Bleibt locker 2 - 3 Wochen sichtbar.

Und noch eine Ergänzung.

Den Futterkalk ersetze ich zwischenzeitlich durch reines Knochenmehl. Ich denke mir, dass das, was mal ein Knochen war, auch ideal zur Bildung neuer Knochen ist.                 

…............und so ganz verkehrt scheine ich mit meiner Vermutung nicht zu liegen.

Knochenmehl gibt es in der „BARF-Ecke“ im Futtermittelhandel, oder im www


Ich habe erstmal fertig, Fortsetzung folgt

Torsten Stephan